Volker HabichVolker Habich wurde am 26.08.1943 in Ebenhards, gehört heute zur Stadt Hildburghausen, in Thüringen geboren, wo sein aus Östringen stammender Vater Alfons Habich nach dem Krieg für mehrere Jahre Bürgermeister war. 1948 siedelte die Familie nach Östringen um und bezog das Obergeschoss des elterlichen Hauses am Leiberg I/18.

Im Leibergviertel wuchs Volker Habich zusammen mit einer Reihe von nahezu gleichaltrigen Jungen auf. Ihr Spielplatz war die Straße, wo sie jede freie Minute, vor allem mit Fußball, verbrachten. Dazu kamen auch gelegentliche Auseinandersetzungen mit den anderen „Straßengangs“ aus der Kelter- oder der Kuhngasse. So bildete sich unter den Jugendlichen eine verschworene Gemeinschaft von echten „Leibergern“, die sich lebenslang freundschaftlich verbunden blieben.

Nach der Volkschule in Östringen besuchte Volker Habich das Schönborn-Gymnasium in Bruchsal, wo er 1965 sein Abitur ablegte und anschließend ein Studium an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe aufnahm. Er entschied sich für Kunsterziehung als Wahlfach und entdeckte seine Leidenschaft für die Kunst im Allgemeinen und insbesondere für die Malerei. Bei Prof. Rumpelhardt erlernte er verschiedene Maltechniken. Besonders inspirierten ihn die Gemälde von van Gogh mit ihrer intensiven Farbgebung. Er begann, sich auf die Aquarellmalerei zu spezialisieren und entwickelte mit der Zeit seinen eigenen Stil.

Nach dem Studium fand Volker Habich 1968 an der Grund- und Hauptschule in Möckmühl seine erste Anstellung als Lehrer. Dort malte er seine ersten Bilder an der Jagst sowie alte Motive in Möckmühl. Ein Jahr später heiratete er seine Trudel. 1972 wechselte er dann an die Grund- und Hauptschule in Kronau und war dort für 30 Jahre als Lehrer tätig. Er verlegte seinen Lebensmittelpunkt nach Östringen, wo er ein Haus baute und seine beiden Kinder aufwuchsen. Bevor er 2005 in Pension ging, war er noch für drei Jahre an der Eisenhutschule in Kraichtal-Unteröwisheim tätig.

Seine Rückkehr nach Östringen eröffnete ihm auch die Möglichkeit, im örtlichen Vereinsleben aktiv zu werden. Bereits als Jugendlicher hatte er sich dem Fußballklub FCÖ angeschlossen und war lange als Fußballer aktiv, bis ihn später eine Rückenverletzung zwang, das Fußballspiel aufzugeben. Neben dem Fußball wurde Tennis zu seiner zweiten sportlichen Leidenschaft. Seit über 40 Jahren ist er aktives Mitglied beim Tennisclub TC Blauweiß Östringen und betreibt diesen Sport auch heute noch mit über 80 Jahren.

 

 

Neben seinen sportlichen Aktivitäten ist Volker Habich bei der KG Wicker-Wacker aktiv und entwickelte sich zu einer der prägenden Figuren im Östringer Karneval. Seit über 40 Jahren nutzt er sein künstlerisches Talent und gestaltet die Fastnachtsorden der Wicker-Wacker mit aktuellen gesellschaftlichen und fastnachtlichen Motiven.

 

 

Große Beachtung fanden vor allem die von ihm entworfenen und aufwendig gestalteten Bühnenbilder bei den Prunk-sitzungen. Dazu trat er selbst als Büttenredner mit „Eeschdringä Dialekt“ auf und war zudem 19 Jahre Vorstand der KG Wicker-Wacker.

 

Neben seinem Beruf und seinem Engagement im Östringer Vereinsleben widmete sich Volker Habich vor allem seinem größten Hobby: der Malerei

Lassen wir nun den Künstler selbst mit einer Einschätzung über seine Entwicklung und Einordnung als Maler zu Wort kommen:

 

Volker Habich – Meine Malerei

Der eigentliche Beginn meiner Malerei liegt zurück in den 1970er-Jahren. Während meines Studiums an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe hatte ich das Wahlfach Kunsterziehung belegt. Ich kannte mich mit vielen Techniken der bildnerischen Gestaltung aus. Von allen gefiel mir das Malen mit Aquarellfarben am besten, auch wenn es schwierig ist.

Ein Übermalen wie bei Acryl oder Öl war da nicht möglich. Ein Malfehler war unverzeihlich, und manchmal musste ich halbfertige Bilder zerreißen. Motive wurden bisweilen mehrfach von mir gemalt, bis ich mit meiner Leistung zufrieden war. Da ich an meinen Schulen Kunsterziehung neben meinen Fächern Mathematik, Deutsch, Geschichte, Biologie und Sport unterrichtete, hatte ich immer den Umgang mit Kindern und Jugendlichen. In freiwilligen Kunst-AGs konnte ich da berühmte Maler und ihre Werke vermitteln. Im Prinzip war das für mich ein Grundstein für meine Malerei.

Als Junglehrer lernte ich das Jagsttal und das mittelalterliche Städtchen Möckmühl kennen. Herrliche Motive überall in der Stadt, bei der Burg und an der Jagst. In der Zeit malte ich noch meine Skizzen zu sehr aus, wollte Gegenständliches zu genau aufs Papier bringen.

Ich probierte Vieles aus und lernte schnell dazu. Ausstellungen hatte ich zu der Zeit noch keine.



 

 

 

 

 

 

Nach vier Jahren zog ich mit meiner Frau wieder zurück nach Östringen.

Inzwischen hatte sich mein Malen mit Aquarellfarben bereits verfeinert. Jetzt standen Licht und Transparenz mehr im Mittelpunkt. Erste Ausstellungen ermunterten mich, noch besser zu werden und einen eigenen Malstil zu kreieren.

Ich malte als „Leiberger“ häufig alte Fachwerkhäuser aus meiner Heimatgemeinde, um diese für die Nachwelt zu erhalten. Vieles gibt es bereits nicht mehr, abgerissen für Neubauten.

 

 

  

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Portrait meines Großvaters wagte ich mich zum ersten Mal an das Malen von Personen.

 

 

 

 

 

 

 

So wurde die Palette meiner Motive immer umfangreicher. Oft war ich in der heimischen Gemarkung vor allem im Sommer mit Sommerhut unterwegs, bepackt mit meinen Malutensilien und einigen vollen Wassergläsern. Nach meinen Lieblingsmalern Vincent van Gogh und Emil Nolde suchte ich meine Motive aus: reife Getreidefelder, geheimnisvolle Hohlwege, versteckte, alte Weinberghäuschen, knorrige Weinbergstöcke, wilde Sommerblumen im Feld usw.

 

 

Mein Kraichgau ist wunderschön im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Nicht das Große, sondern das Kleine, das Unscheinbare reizte mich besonders. Oft nahm ich meine Skizzen mit nach Hause und malte in meinem Arbeitszimmer, das dann zum Atelier für mich wurde.

 

 

 

 

  

 

 

 

Auch die Materialien wechselten nun. Bilder auf Japanpapier oder feinen Büttenpapieren brachten mir tolle Erfolge. Die Formate wechselten ebenso.

Die ersten Ausstellungen folgten im Rahmen der Östringer Kulturwochen ab dem Jahr 1978. Unter dem Motto „Maler unserer Heimat“ wurden meine Bilder mit Motiven aus Östringen zusammen mit denen weiterer Künstler wie Herbert Stumpf und Karl Rausch Bilder in Banken oder öffentlichen Gebäuden, z. B. im Rathaus und in der Gustav-Wolf-Galerie ausgestellt.

Später waren meine Bilder bei einer Ausstellung zusammen mit Richard Kühn und Margit Rein-Forchheimer zu sehen. In neuester Zeit wurden Ausstellungen mithilfe unseres Heimatautors Hermann Dischinger möglich, der seine Mundartschöpfungen mit Bildern in seinen Büchern schmückte. Mit dabei waren mehrere Östringer Maler wie Jürgen Pfeifer, Karl-Heinz Essert, Thomas Fürbass, Eva Witkowski, Michael Förderer, Ursula Richter, Dietrich Stiffel.

Einige Jahre lang gab ich Kurse für Aquarellmalerei an einer Schule in Bad Schönborn-Mingolsheim. Die Kurse 1 bis 4 waren immer gut belegt und bereiteten mir viel Freude. An die Zeit denke ich heute noch gerne zurück. Doziert und gemalt wurde im Zimmer und nach den Einführungen auch in der freien Natur.

 

 

 

 

 

Viele Aquarelle entstanden auf meinen Reisen vor allem in Italien, wo ich mit Frau und Kindern ganze Sommerferien verbrachte. Ob am Ufer des Tagliamento, in Latisana, am Lido del Sole in Bibione oder an den Kanälen im Hinterland. Ohne meine Farbkästen, Pinsel und Blöcke fuhr ich nicht fort. Einige Bilder in meinem Privatbesitz stammen aus der Karibik, Thailand oder Indonesien.

 

 

 

 

 

 

 

Nicht nur das Malen mit Aquarellfarben begeisterte mich, ab und zu malte ich mit Acrylfarben auf Leinwand. Studien bei meinen Gestaltungen vieler Bühnenbilder für meine Wicker-Wacker zeigten mir Wege, auch auf Leinwand erfolgreich zu arbeiten.

 

 

Ganz besonders am Herzen lag mir da ein Selbstportrait mit Piddy, meiner Nachbarskatze, das einen Ehrenplatz in meinem Haus gefunden hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit den Jahren habe ich immer öfter Aquarelle gemalt, wo ich bei meinen Motiven sehr abstrakt vorging und nur auf eine bestimmte Aussage zielte. Daneben gestalte ich Jahreskalender mit vielen meiner Bilder. Diese verschenke ich an meine Familie, gute Freunde und Bekannte. Es freut mich immer wieder, wenn andere Menschen sich an meinen Bildern erfreuen.

 

 

 

 

 

 

Heute im hohen Alter von über 80 Jahren frage ich mich immer wieder: Bin ich oder war ich ein Künstler? Ich hatte ja als Lehrer mein sicheres Einkommen. Ein echter Künstler malt seine Bilder, um davon zu leben. Malen war eines meiner vielen Hobbies. So sehe ich das. Also bin ich mit mir einig: Ich bin einfach ein Maler meiner geliebten Heimat Östringen im Kraichgau.

 

Es folgen mehrere Galerien mit Gemälden von Volker Habich. Klicken Sie auf eines der Bilder und schauen Sie sich die Gemälde im Vollbildmodus an.

 

Bilder mit Gebäuden und Straßenzügen von Östringen

 

Landschaftsbilder aus Östringen und Apulien

 

Bilder mit Blumenmotiven

 

Skizzen als Beispiele für die Vorarbeiten zum Aquarell