Manfred Huber wurde 1938, ein Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, in Östringen geboren. Die Familie war im Ort unter dem Namen „Kistelhuber“ bekannt, denn der Vater, Eugen Huber, leitete in zweiter Generation eine Zigarrenkistenfabrik, die im Gasthaus „Zum Erbprinzen“ ihren Firmensitz hatte. In dem Gebäude war auch die Familie untergebracht und Manfred verbrachte dort seine Kindheit und Jugend.

Die Kriegsjahre prägten seine frühe Kindheit nachhaltig, und die Erinnerungen daran sind ihm bis heute lebendig geblieben. Besonders schmerzlich für die Familie war der frühe Verlust des Vaters, der 1942 in Russland fiel. Auch im hohen Alter erinnert sich Manfred Huber noch genau an die Nächte, die er gemeinsam mit seiner Mutter, seinen Geschwistern und den Nachbarsfamilien im Luftschutzkeller verbrachte. Unvergessen sind ihm das Pfeifen der herannahenden Bomben und die dumpfen Einschläge jener Nacht, als alliierte Flugzeuge mehrere Bomben im Gewann „Steckigter Feld“ – in etwa auf dem Gebiet des heutigen Schulzentrums – abwarfen.

Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Manfred Huber in der Zigarrenkistenfabrik zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Im Jahr 1956 nahm er eine Tätigkeit in der Steuerkanzlei Müller in Bruchsal auf. Durch seine berufliche Tätigkeit und berufsbegleitende Fortbildungen qualifizierte er sich schließlich zum Steuerberater.  Ab 1976 war er selbstständig und gründete 2001 die Steuerkanzlei Huber & Partner mit Sitz in Forst. Dort blieb er bis ins hohe Alter aktiv und war noch bis zu seinem 80. Lebensjahr als Seniorpartner tätig. Daneben engagierte sich Manfred Huber ehrenamtlich im Aufsichtsrat der damaligen Volksbank Bruchsal, dem er ab 1987 angehörte. Diese verantwortungsvolle Tätigkeit übte er bis zur Fusion der Volksbank Bruchsal mit der Volksbank Bretten und dem Erreichen der Altersgrenze im Jahr 2005 aus.

Manfred Huber fühlte sich immer eng mit seinem Heimatort Östringen und den Menschen dort verbunden. Schon als Jugendlicher trat er der katholischen Jugendorganisation KJG bei und lernte als Gruppenleiter früh, Verantwortung zu übernehmen. Als Erwachsener engagierte er sich neben seinem aktiven Berufsleben in zahlreichen kulturellen und gemeinnützigen Projekten.

Ein besonderes Beispiel für sein bürgerschaftliches Engagement ist die umfassende Sanierung der Zopfkapelle in den Jahren 2003/2004. Während eines Freilichtgottesdienstes vor der Zopfkapelle fiel ihm der schlechte Zustand des Vordachs und der Außenfassade auf. Er ergriff daraufhin die Initiative und gründete den „Freundeskreis Zopfkapelle“, in dem sich spontan mehrere Östringer Bürger zur ehrenamtlichen Mitarbeit an der Renovierung zusammenfanden. Als Sprecher der Initiative gewann Manfred Huber zahlreiche örtliche Gewerbe- und Handwerksbetriebe, die das Vorhaben mit kostenlosen Arbeitsleistungen und Materialspenden förderten. Nach Abschluss der Arbeiten wurde die Zopfkapelle im September 2004 mit einem Feldgottesdienst und einer feierlichen Einweihung unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wieder ihrer Bestimmung übergeben.  

Dank seiner guten geschäftlichen Kontakte gelang es Manfred Huber immer wieder, Sponsoren für ehrenamtliche Projekte in Östringen zu gewinnen. So vermittelte er beispielsweise großzügige Förderungen durch die Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten, mit deren Unterstützung die Beschilderung des Versuchsfeldes des Ruhbenderhauses sowie die Ausstattung der Östringer Geopfade mit QR-Codes realisiert werden konnte.

Als historisch interessierter Mensch verfolgte Manfred Huber die rasanten Entwicklungen und tiefgreifenden Veränderungen, die in der Nachkriegszeit einsetzten und bis in die Gegenwart reichen. In seinem Heimatort Östringen konnte er unmittelbar miterleben, wie sich das einst von Landwirtschaft und der Zigarrenindustrie geprägte Dorf innerhalb von nur zwei Generationen in einen modernen Industrie- und Dienstleistungsstandort verwandelte. Besonders faszinierte ihn dabei der technische Wandel sowie die Mechanisierung im landwirtschaftlichen und handwerklichen Bereich.

Als die Stadt Östringen im Jahr 2009 mit dem Ruhbenderhaus am Leiberg eines der letzten noch existierenden bäuerlichen Anwesen erwarb, setzte er sich zusammen mit gleichgesinnten Mitstreiterinnen und Mitstreitern dafür ein, das historische Anwesen in ein landwirtschaftliches Museum zu verwandeln. Besonders wichtig war ihm dabei, jungen Menschen eine Vorstellung vom Alltagsleben in einer noch von der Landwirtschaft geprägten Gesellschaft zu vermitteln und auf die technisch respektablen Leistungen hinzuweisen, mit denen die Menschen früher ihre Herausforderungen meisterten. Zusammen mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern vom Freundeskreis Heimatmuseum Östringen organisierte und moderierte Manfred Huber 2018 die Ausstellung über ausgestorbene oder vom Aussterben bedrohte Berufe, die auf großes Interesse in der Östringer Bevölkerung stieß.

Im Jahr 2024 gewann das Ruhbenderhaus im Wettbewerb "Heimatmuseum hat Zukunft" den vom Arbeitskreis Heimatpflege ausgeschriebenen Förderpreis in der Kategorie "Erfolgreiche Wissensvermittlung". Die damalige Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder, gleichzeitig Vorsitzende des Arbeitskreises, verschaffte sich bei ihrem Besuch im darauffolgenden Jahr höchstpersönlich einen Eindruck vom Ruhbenderhaus und den Menschen, die dafür einstehen.

Mehrere Jahre war er auch Sprecher des Ruhbenderhaus-Teams und der Erhalt des historischen Anwesens ist heute noch eine Herzensangelegenheit von Manfred Huber.