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Was ich schon immer wissen wollte

 

 Hier können Sie im Jahrbuch 2015 blättern.

Flip Book ID 1

 

 

 


 

 

 

 

An dieser Stelle erhalten Sie Antworten auf die Fragen,

die an das Heimatmuseum gestellt wurden.

 


 

Inhaltsverzeichnis

 1) Bau der Waldkapelle
 2) Römer in Östringen
 3) Dachsenbrünnle
 4) Gaststätten
 5) Mühlen
 6) Erbpacht im Huwinkel
 7) Glocken
 8) Kreuz auf dem Walbuckel
 9) Mord an Anna Huber
10) Letzter Kuhbauer
11) Hl. Ulrich
12) Auswanderer
13) Erste Buslinie
14) Fassel
15) Kirchenrenovierung
16) 768 Christen oder Heiden
17) Ostertermin
18) Winzergenossenschaft
19) Hohlwege
20) Museumsarchiv

21) Glockenläuten

 

 

 

 


 

Glockenläuten

Der wichtigste Dienst der Glocken war und ist bis heute:  äußerlich das Sammeln der Gemeinde zum Gottesdienst und  innerlich der Ruf zur Sammlung bei der Andacht. Die Glocken erinnern stets an die wichtigste Aufgabe der Christen: das regelmäßige Gebet. Die Läute Zeiten gehen auf das kirchliche Stundengebet zurück, das bis heute in katholischen Klöstern aber auch in evangelischen Bruder- und Schwesternschaften geübt wird. Wir unterscheiden zwischen sakralem und bürgerlichem Geläut (sakral = zu liturgischen und gottesdienstlichen Zwecken, bürgerlich = Zeitangabe mit Stundenschlag). Traditionell läuten die Kirchenglocken vor einem Gottesdienst, um die Gemeinde in die Kirche zusammenzurufen, sowie vor Hochzeiten und Bestattungen (sakrales Geläut).

Außerdem gibt es das morgendliche, mittägliche und abendliche Läuten der Kirchenglocken zu dem das Gebet Der Engel des Herrn (angelus domini, katholisch) gebetet wird. Das Pendant dazu ist das Betläuten in den evangelischen Kirchen. Weltliches Geläut: Der Stundenschlag, das regelmäßige Schlagzeichen zur vollen Stunde, oft auch zur Viertelstunde, hat keinen kirchlichen Hintergrund. Er stammt aus der Zeit des Mittelalters, als der Großteil der Bevölkerung keine Uhr hatte und von der Turmuhr der Kirche abhängig war. Die Tradition hat sich jedoch bis heute gehalten und wird oft von Kirchengemeinden als liturgisches Zeichen für Vergänglichkeit und Ewigkeit umgedeutet. Weltlichen Ursprungs ist auch das Glockengeläut in der Neujahrsnacht. Außerdem könnten in Abwesenheit von Alarmsirenen die Kirchenglocken im Notfall geläutet werden, z.B. bei Feuer oder Angriffsalarm.

Morgenläuten um 8 Uhr (eigentlich 6 Uhr): Der erste Glockenruf ertönt morgens um sechs Uhr bei Tagesanbruch zur Stunde der Auferstehung von Christus. Er erinnert auch an das Verhör von Jesus durch Pontius Pilatus. Das 12-Uhr-Läuten oder Mittagsläuten: Es hat seinen Ursprung nicht unmittelbar in der Leidensgeschichte von Jesus. Es wurde vielmehr von Kaiser Karl V. zur Zeit der großen Türkengefahr 1529 als Bet-Läuten um den Frieden in der Welt und um Abwendung der Türkengefahr verfügt. Es hat bis heute seine Bedeutung als Ruf zum Friedensgebet behalten. Abendläuten: Zur Zeit des Einbruchs der Dunkelheit. Das Abendgebetläuten gilt dem Gedächtnis der Grablegung Christi. Es ermahnt die Gläubigen zugleich daran, an ihre eigene Vergänglichkeit zu denken, und an das Ende der Welt. "Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.“
Das 11-Uhr-Läuten heißt auch Mittagsläuten und geht auf den Papst Calixt III. im Jahr zurück, sagen die einen e 1455

 

 


 

20) Was ist eigentlich im Archiv des Heimatmuseums?

Im Archiv im dritten Stock der ehemaligen Grund und Hauptschule, heute Städtische Kunst und Musikschule, lagern, kurz gesagt, alle Bücher aus der Gemeindeverwaltung, die man nicht weggeworfen hat. Das aktuelle Archiv der Stadt Östringen befindet sich im Dachgeschoss des Odenheimer Rathauses.
Seit vier Jahren registriert das Archiv-Team, bestehend aus Gabriele Offner, Sybille Lidicky und Werner Hoffmann, die Grundbücher, Rechnungsbeilagen, Verordnungen, Protokolle und vieles andere. Die zeitaufwändigen Arbeiten werden in absehbarer Zeit beendet sein, dann können Interessenten selber forschen, zum Beispiel in spannenden Gerichtsakten.

 


 

 

19) Warum gibt es in Östringen nur wenige Hohlwege?

Die Frage können wir nur mit dem Wissen von Robert Hammer, dem Kenner der Gemarkung und ehemaligen Sicherheitsbeamten der Stadt, beantworten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Menschen andere Sorgen als sich um die Schönheit und Erhaltung von Hohlwegen zu kümmern. Öffentliche Deponien für  Müll, Erdaushub und Bauschutt gab es ebenso wenig wie das ausgeprägte Bewusstsein die Umwelt zu schützen. Also verfüllte man die Hohlwege auf der Gemarkung mit dem anfallenden Schutt. Neben dem „Stifterweg“ und dem „Herbstbüscherweg“ wurden die Wege  in den Gewannen „Tiefes Gässel“, „Stromersberg“, „Schindelbacherberg“, “Ulrichsberg“ und „Hochstraße Baumgart“ auf das Niveau der Umgebung gebracht. Eigentlich schade, aus heutiger Sicht. Manche Gemeinde haben begonnen die verfüllten Hohlwege wieder freizulegen.
 


 

18) Warum lieferten die Östringer Winzer die Trauben nach Weingarten und nicht nach Wiesloch?

In den 50er Jahren nahm der Weinanbau von Jahr zu Jahr sprunghaft zu. Tiefenbach und Eichelberg hatten eigene Winzergenossenschaften. Odenheim lieferte nach Wiesloch, Östringen wurde abgelehnt, weil Wiesloch nicht über genügend Kapazität verfügte. In Weingarten war die gerade  gegründete Winzergenossenschaft froh über das Beitrittsgesuch aus Östringen im Jahre 1953. Heute geben noch zwei Östringer Winzer in der WG Weingarten ihr Trauben ab, die inzwischen mit der WG Schliengen in Südbaden fusionierte. Der Wein wird heute meist von privaten Weingütern ausgebaut und vermarktet.

 

 


 

 

17) Warum wird Ostern nicht an einem festen Datum gefeiert?

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Das Datum hat etwas zu tun mit dem Kalender, der christlichen Überlieferung und dem jüdischen Passahfest.
Die Menschen richteten sich bei der Zeiteinteilung zum Teil nach dem Mond, Mon(d)nat, Mon(d)tag und zum anderen Teil nach der Sonne oder sie kombinierten beide Zeiteinteilungen.
Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu. Die Evangelisten berichten, Jesus sei am jüdischen Passahfest auferstanden. Das Passahfest feierten die Juden am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Die Tag- und Nachtgleiche, der Frühlingsbeginn, findet am 21. März statt. Der früheste Ostertermin ist demnach der 22. März, der späteste der 25. April.

 

 


 

16) Waren die Östringer bei der ersten Erwähnung der Siedlung im Jahre 768 Christen oder Heiden?

Chlodwig, der Herrscher der Franken, hatte mit 300 Mannen die christliche Religion angenommen. Von da an war das Christentum Staatsreligion. In der Regierungszeit Pippins wurde Östringen erstmals 768 erwähnt. Die Franken waren missioniert. Pippins Sohn Karl d. Große setzte die Religion mit Gewalt durch. Bonifatius (672 – 754) organisierte die Verwaltung der Kirche, indem er Bistümer schuf und Klöster gründete. Die Herren der Höfe, in denen bis 30 Personen lebten, bauten kleine Kapellen, in denen angestellte Priester die Messe lasen. Aus mehreren solchen Höfen entstand die Siedlung Östringen. Dem Bekenntnis nach waren die Einwohner Christen, aber heidnischer Glaube und heidnische Gebräuche bestimmten noch lange das Leben der Menschen.
 

 


 


15) Bei der Renovierung in den Jahren 1966/67 entfernte man die von den Gläubigen geliebte barocke Ausstattung der Kirche St. Cäcilia. Warum?


Den Grund dafür lieferte das zweite Vatikanische Konzil (1962 – 1965).

Die in Rom versammelten Konzilsväter passten die Liturgie an die Bedürfnisse der Zeit an. Die Messfeier sollte nicht mehr nur Dienst an Gott sein, sondern auch der „Heiligung“ der Menschen dienen. Sie sollten aktiv an der Abendmahlsfeier teilnehmen.

Der Abendmahlstisch wurde Richtung Volk gerückt, der Geistliche wendete der Gemeinde nicht mehr den Rücken zu, alles, was von der Feier des gemeinsamen Brotbrechens ablenkte, wurde entfernt, die Wandmalereien überstrichen.

Der Prediger verkündete das Wort Gottes nicht mehr von der Kanzel, also von oben herab. Im Jahre 1992 wurde die Kirche zu ihrem 100jährigen Bestehen erneut renoviert.

 

 

 

 

 

Die Kirche vor der Renovierung

 

 

 Die Kirche renoviert

 


 

14) Was ist ein „Fassel“?

Die Östringen wissen das. Als Kinder ahnten sie, dass hinter dem hohen Tor des „Fasselstalls“ etwas Besonderes sein musste. Zum einen roch es in seiner Nähe sehr streng. Zum anderen war das Innere des Anwesens vor neugierigen Blicken durch Zäune und Mauern hermetisch geschützt. Die Kinder sollten möglichst lange daran glauben, dass der Storch die Kinder bringt und nicht durch vergleichende Beobachtungen im Tierreich zu unerwünschten Erkenntnissen gelangen und an ihrer Seele Schaden nehmen. Denn im gemeindeeigenen Fasselstall oder auch Farrenstall sorgten Stier, Eber und Geißbock für den tierischen Nachwuchs. Laut Duden ist ein „Fasel“ oder "Farre" ein junges Zuchttier.
 

 

 


      

 


 

12) Warum wanderten Östringer aus?

Einige erhofften ein besseres Leben, manche wollten Abenteuer erleben, anderen Dorfarmen bezahlte die Gemeinde die Überfahrt, Straffällige flohen aus Angst vor Rache, Freiheitskämpfer entzogen sich der Bestrafung.

Allein zwischen 1830 und 1850 verließen 470 Personen den Ort ins Ausland. Im 18. Jahrhundert zog es die meisten nach Südosteuropa und Südrussland, im 19. Jahrhundert suchten sie ihr Glück überwiegend in Nord- und Südamerika.

 


 11)

 


10)

 

Wer war der letzte Kuhbauer   in Östringen?

 

Über Jahrhunderte gehörten Kühe als Zugtiere und Milchlieferanten in einen bäuerlichen Betrieb. Maschinen ersetzten  nach dem Zweiten Weltkrieg die Kühe und Pferde. Die Zahl der Bauern, bei denen man Milch holen konnte, wurde immer geringer. Der letzte Landwirt, der noch Kühe als Zugtiere im Stall hatte, war August Hotz in der Hinteren Straße.

 

 

 


 

 

9) Wer tötete Anna Huber?

Im Gewann Thalsbach, wo heute die Zopfkapelle steht, wurde am 10. Juni 1725 Anna Huber, die Tochter des Jacob Huber, ermordet mit 18 Wunden aufgebunden. Drei Tage später beerdigte man das Mordopfer.

Am selben Tag brachte man die Frau Kybi und ihre beiden Jungen als Verdächtige nach Kislau in den Arrest. Nach drei weiteren Tagen nahm man drei Juden ihre Magd und ein Judenkind fest.

Von der Mordkommission wurde die ganze Gemeinde, einer nach dem anderen verhört. Am 8. November wurden Frau Kybi, ihr kleinerer Junge und die inhaftierten Juden freigelassen.

Zwei Tage später wurde Michael Kybi einen Kopf kürzer gemacht und auf das Rad gelegt. Für die Justiz war damit der Fall erledigt.

Der Pfarrer vermerkte den Eintrag ins Sterberegister mit dem Zusatz: „Si sit reus“. (Ob er der Schuldige war?)

Dieser Vermerk lässt vermuten, dass allerhand Gerüchte über den wahren Mörder im Umlauf waren.

Kannte der reiche Anwalt Adam Zopf, der Stifter der Sühnekapelle, die bis heute seinen Namen trägt, den Mörder. Ist er vielleicht selbst schuldig geworden, indem er den Mörder deckte? Welche Schuld sollte durch den Bau der Kapelle gesühnt werden? Viele Fragen, keine Antworten. Der geheimnisumwitterte grausame Mord bleibt für immer unaufgeklärt. 

 

 


 


  7)                          Wie viele Glocken hängen im Kirchturm der Östringer Kirche?

 

 

Aus dem Jahre 1709 sind zwei historische Glocken erhalten. Im Jahre 1966 kamen fünf neue hinzu.

Sie heißen Ulrichs Glocke, gestiftet von der politischen Gemeinde.

Michaelsglocke, gestiftet von der Familie Rudolf Förderer.

Josefs Glocke, gestiftet von Josef Kühne. Andreasglocke, gestiftet von den ICI-Faserwerken und

Cäcilia Glocke, gestiftet von der Kirchengemeinde.

 

 

 

6) Warum müssen die Hausbesitzer im Huwinkel Erbpacht zahlen?

Die komplizierten Zusammenhänge können wir nur stark verkürzt und unvollständig beschreiben.

Ein Sturm riss im Jahre 1724 das Dach des Kirchturms weg; er drohte einzustürzen, es regnete in die Kirche. Das Speyerer Domkapitel, das Heidelberger Stift (später Evangelische. Pflege Schönau) und einige Adelsfamilien waren für die Kosten der Instandsetzung zuständig, weil sie Steuern in Östringen einnahmen. Das Heidelberger Stift weigerte sich die Kosten zu übernehmen. Darauf  verbot das Speyerer Domkapitel Östringen, Steuern an das Heidelberger Stift zu zahlen. Die gerichtliche Auseinandersetzung dauerte 77 Jahre bis der badische Großherzog im Jahre 1833 verfügte, dass Östringen seine Steuern zu Unrecht eingehalten hatte. Die Gemeinde konnte die in Jahrzehnten angehäuften Steuerschulden nicht aufbringen und übereignete als Ersatz das Gewann Huwinkel. Seither gehören die Grundstücke, die für 99 Jahre verpachtet sind, in der Huwinkel-, Wiesen-, Adenauer-, Ostend-, Kolpingstraße und Rodelweg der Ev. Pflege Schönau.

 

 


 

5) Frage: Welches ist die älteste Mühle in Östringen?

Hier gab es fünf Mühlen. Die Öl- und Mahlmühle unter dem Bollberg, heute ehemaliges Anwesen Essert in der Mühlstraße, die Obere Mühle, heute Heinzmann Mühle in der Alten Straße, die Mittelmühle am Kirchberg neben dem Pfarrhaus, die Untere Mühle, heute Klotz oder Hammer Mühle beim Johannisbrunnen, und die Neumühle, heute Klefenz Mühle an der westlichen Hauptstraße 14.

Die Neumühle wurde um 1700 gegründet und ist die jüngste von allen. Im Jahre 1414 werden die Ober-, Mittel- und Untermühle erwähnt. Wann sie gegründet wurden, konnten wir nicht herausfinden. Die älteste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1341 für die Obere Mühle; sie gehörte zum Stift Odenheim. Alle Mühlen wurden mit Wasser aus dem Freibach betrieben, teilweise über einen Mühlkanal.

 

Die obere Mühle, (Heinzmann Mühle):

 

Die Untere Mühle beim Johannisbrunnen(1938):

 

 

Die Neumühle (Klefenz):

 


 

4) Renate Sautner fragte:

Wieviele Gaststätten, Metzgereien und Lebensmittelgeschäfte gab es früher?

Metzgereien gab es nur in Gaststätten. Die Wirte schlachteten hauptsächlich für den Eigenbedarf und verkauften auch an Kunden. Die meisten Bürger deckten ihren Fleisch- und Fettbedarf durch Hausschlachtungen.

Lebensmittel gab es nur beim Bäcker; er wurde meist von Handelsketten beliefert.

Die Wirtschaften entstanden meist aus kleinen privaten Bierbrauereien. Sie erhielten von den Bischöfen von Speyer die Schildwirtschaftsgerechtigkeit, das heißt, sie durften mit einem Gasthausschild für sich werben. Eine solche Genehmigung ist uns vom „Engel“ aus dem Jahre 1717 erhalten.

Ein Gastwirt bewirtete Gäste, schlachtete Schweine und Rinder, braute Bier und brannte Schnaps. Viele Häuser beherbergten Reisende. Die geselligen Veranstaltungen fanden in den Sälen über dem Gastraum statt. Einige Lokale wählten sich die Vereine als Vereinslokale aus.

Bei der Aufzählung der Gasthäuser beschränken wir uns auf die alten, meist nicht mehr existierenden.

 

Der „Löwen“ von Familie Jaggy, Hauptstr. 68, heute Haus am Löwenplatz.

 

Der „Erbprinz“, Hauptstr. 61, ehemals Anwesen Kistelhuber.

 

Die „Krone“, Hauptstr. 88.

 

Der „Ochsen“, Hauptstr. 105, heute Eiscafé.

 

Das „Lamm“, Hauptstr. 107, heute Venezia.

 

Die „Blume“, Keltergasse 2.

 

                                                           Die "Blume", Keltergasse 2, heute.

 

Der „Goldene Becher“, Hauptstr. 104, Fachwerkhaus Mohr bzw. Kessler.

 

Der „Hirsch“, Hauptstr 114 (Metzgerei Kneller).

 

Der „Engel“, Hauptstr. 116, heute Feuerwehrhaus.

 

Die „Sonne“, Hauptstr. 123.

 

Der „Adler“, Hauptstr. 154.

 

Die „Linde“, Hauptstr. 147.

Kein Bild von der "Linde"

 

Der „Grüne Hof“, Georgstr. 16, heute Wohn- und Geschäftshaus.

 

Die „Waldlust“, Rettigheimerstr. 29 ,heute Weinlust.

 

 


 

 

3) Frage: Warum heißt das  Dachsenbrünnle Dachsenbrünnle

möchte Mathilda Maximiliana 3 und ½ Jahre alt wissen.

 

Mathilda stellte uns eine so schwierige Frage, dass wir die Antwort nicht wissen. Aber wir fragten unseren ehemaligen Feldschütz. Der sagte Folgendes: Der Hang an der Thalsbach, aus dem die Quelle fließt, ist aus Löss. Löss ist weich und nicht steinig.  Man kann leicht Höhlen in den Löss graben. Früher gab es beim Dachsenbrünnle zahlreiche Dachslöcher, in denen ganze Dachsfamilien wohnten. Den Dachsen gefiel es da, es gab zu fressen, in den Büschen konnten sie sich verstecken und der Wald war auch nicht allzu weit weg. Brünnle heißt es, weil es kein Brunnen ist. Es fließt nur wenig Wasser aus dem Rohr. Also der Dachs und das Brünnle ergeben Dachsenbrünnle.

Das Dachsenbrünnle heute:

 


 2)

Dr. Wendel Deschner fragte:

Gibt es Hinweise auf eine Besiedlung Östringens zur Zeit der Römer?

Dr. Micheal Klefenz antwortet: In der Ortsakte des Landesdenkmalamtes Karlsruhe gibt es keinen Eintrag von Funden, die auf eine römische Besiedlung hinweisen. Eine römische Silbermünze mit dem Bild des Kaisers Antonius Pius (*86 - +161 nach Chr.) wurde im Jahre 1884 gefunden und 1937 eine Sesterz (kleine römische Münze ohne Kaiserbild), die zeitlich nicht näher zuzuordnen ist. Auch von den Scherben im Museum aus römischer Terra Sigilate wissen wir nicht, woher sie kommen und wo sie gefunden wurden. Die Funde belegen keine Besiedlung Östringens zur Römerzeit. Sie können zufällig an ihren Fundort gekommen sein.

Die Hochstraße, die am Gallus-Bildhäusle vorbeiführt, könnte Teil einer römischen Straße von Karlsruhe Durlach an den Neckar und nach Bad Rappenau oder Osterburken gewesen sein. Durch Grabungen belegt ist das nicht.

 


1)

 

 

 

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